seit Herbst 2006 steht in Deutschland die HPV-Impfung gegen das Zervixkarzinom zur Verfügung, die seit dem 1. Juli 2007 eine Kassenleistung ist.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt diese Impfung für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren vor dem ersten Geschlechtsverkehr.
Viele Ihrer Patientinnen wissen vielleicht nicht, dass es diese Impfung gibt, die vor Krebs schützen kann.
Sie können dazu beitragen, Mädchen ein besseres Gesundheitsbewusstsein zu vermitteln und helfen, eine informierte Haltung gegenüber Themen wie HPV-Impfung und Krebs zu fördern sowie Ängste abzubauen.
Unser besonderes Anliegen ist es, Mädchen rechtzeitig über die HPV-Impfung gegen das Zervixkarzinom zu informieren.
Denn Prävention und Früherkennung sind die Basis für ein Leben ohne Krebs!
Ihre Deutsche Krebshilfe
Die meisten HPV-Infektionen der Schleimhäute verursachen keine Symptome und verschwinden von selbst wieder. Einige Typen (vor allem HPV 16 und HPV 18) können jedoch bei Frauen ein Zervixkarzinom verursachen. Es ist inzwischen gut belegt, dass Humane Papillomviren außer an der Entstehung des Zervixkarzinoms auch an der Entstehung von Anal-, Vulva-, Penis- und einigen Oropharynxkarzinomen (weicher Gaumen, Zungenbasis und Gaumenmandeln) beteiligt sein können.
Etwa 70 Prozent der Frauen infizieren sich irgendwann einmal in ihrem Leben, zumeist schon bei den ersten intimen Kontakten, mit HPV. Jeder Mensch, der genitalen Kontakt mit einer anderen Person hat, kann sich mit HPV infizieren.
HPV-Infektionen sind am häufigsten zu finden bei sexuell aktiven jungen Menschen bis Mitte 20.
Es gibt derzeit keine Behandlung für HPV-Infektionen, wie die Gabe von Antibiotika bei einer Infektion durch Bakterien. Es gibt aber Behandlungsmöglichkeiten für die durch HPV hervorgerufenen Erkrankungen: Warzen, Zellveränderungen an der Zervix (Dysplasien, CIN) sowie Zervix-, Vulva-, Vaginal-, Analkarzinom und Karzinomen im Kopf-Hals-Bereich.
Natürlicher Verlauf der Zervixdysplasie
| Spontanremission | Persitenz | Progression | |
|---|---|---|---|
| CIN 1 | 55% | 30% | 15% |
| CIN 2 | 40% | 30-40% | 20-30% |
| CIN 3 | 10% | 20-40% | 50-70% |
Voraussetzung für eine Infektion mit HPV ist, dass sich das Virus an eine bestimmte Oberflächenstruktur der Epithelzelle der Zervixschleimhaut (überwiegend in der Übergangszone) anheftet und dadurch einen Prozess in Gang setzt, der die Aufnahme in die Zelle bewirkt. Dies kann schon durch kleine Verletzungen der Zelle, zum Beispiel während des Sexualkontaktes, passieren. Ist das Virus in die Epithelzelle eingedrungen, löst sich seine Hülle auf, und das genetische Material des Virus (DNA) gelangt in den Zellkern.
Daraufhin veranlasst die Virus-DNA die infizierte Zelle, bestimmte Eiweißstoffe zu bilden. Diese Proteine setzen körpereigene Mechanismen außer Kraft, die normalerweise dafür sorgen, dass genetisch beschädigte Zellen nicht weiter wachsen. Dies kann zu unkontrolliertem Zellwachstum und damit zu Krebs führen.
Auch sexuell aktive Frauen, die bereits Kontakt mit HPV hatten, können von der Impfung profitieren. Allerdings nur von einer Impfung gegen die HPV-Typen, mit denen sie sich noch nicht infiziert haben.
Insgesamt werden drei HPV-Impfungen innerhalb von sechs Monaten in den Oberarm verabreicht. Die zweite Impfung erfolgt zwei Monate nach der ersten und die dritte sechs Monate nach der ersten HPV-Impfung (Impfschema 0-2-6). Die Impfung erfolgt intramuskulär (i.m.).
In der bisherigen Nachbeobachtungszeit hielt der Impfschutz zirka fünf Jahre komplett an. Es wird vermutet, dass er deutlich länger anhält. Ob eine spätere Auffrischimpfung erforderlich ist, ist noch unbekannt.
Nein! Es gibt drei wesentliche Gründe, warum Frauen zusätzlich zur Krebs-Früherkennungsuntersuchung gehen sollten:
Idealerweise sollten Mädchen/Frauen die HPV-Impfung vor ihrem ersten sexuellen Kontakt erhalten, da die Viren beim Geschlechtsverkehr übertragen werden. Denn die Impfung ist nur wirkungsvoll, wenn die Mädchen/Frauen noch nicht mit einem der HPV-Typen, vor denen die Impfung schützen soll, infiziert sind.
Das NCI (National Cancer Institute) hält es nicht für ratsam, vor einer Impfung generell zu testen. Der derzeit zur Verfügung stehende Test gibt nur Aufschluss darüber, ob eine Frau zum Zeitpunkt des Tests mit einem der HPV-Typen infiziert ist, gegen die sie geschützt werden soll. Eine Auskunft über frühere Infektionen erfolgt nicht.
Studien, die diese Fragen klären sollen, laufen.
Generell gilt der Impfstoff als sehr gut verträglich. Die häufigsten beobachteten Nebenwirkungen, die bei mehr als einer von zehn geimpften Patientinnen auftraten, sind Hautreaktionen an der Einstichstelle (Rötung, Schmerzen, Schwellung) und eine vorübergehende Temperaturerhöhung. Da der Impfstoff nur aus leeren Virushüllen (Eiweiß) besteht und kein Erbmaterial des Virus enthält, kann eine Impfung keine Infektion auslösen.
Weitere Informationen zur Initiative "Mädchen checken das" bekommen Sie hier:
Deutsche Krebshilfe e. V.
Informations- und Beratungsdienst
Buschstr. 32, 53113 Bonn
Telefon: 0228 / 72990-95 (Mo-Fr von 8-17 Uhr)
E-Mail: beratungsdienst@krebshilfe.de
Internet: www.krebshilfe.de
Krebsinformationsdienst in Heidelberg
Telefon: 0800 / 4203040 (kostenlos aus dem dt. Festnetz)
Internet: www.krebsinformationsdienst.de
ÄGGF (Ärztliche Gesellschaft zur Gesundheitsförderung der Frau e.V.)
Die Ärztinnen der ÄGGF bieten bundesweit Informationsveranstaltungen für Mädchen in Schulen an: www.aeggf.de.
ZERVITA
Internet: www.zervita.de
Informationsmaterial für Ihre Patientinnen (insbesondere für Mädchen und Eltern) stellen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Hier oder auch postalisch (Deutsche Krebshilfe e. V., Buschstr. 32, 53113 Bonn) können Sie diese anfordern.
Eine DVD mit Info-Filmen zur Impfung und weiteren Gesundheitsthemen sowie Interviews mit den Künstlerinnen und dem Song „Sing Dein Leben“ können Sie ebenfalls bestellen.
Wenn du noch weitere Fragen hast: Der Informations- und Beratungsdienst der Deutschen Krebshilfe unter 0228 / 72990-95 und der Krebsinformationsdienst unter 0800 / 4203040 (kostenlos aus dem deutschen Festnetz) informieren dich gerne.
Deutsche Krebshilfe e. V.
Informations- und Beratungsdienst
Buschstr. 32, 53113 Bonn
Telefon: 0228 / 72990-95
(Mo-Fr von 8-17 Uhr)
E-Mail: beratungsdienst@krebshilfe.de
Internet: www.krebshilfe.de

Die DVD „Mädchen checken das“ mit dem Song „Sing Dein Leben“, Interviews mit den fünf Sängerinnen, einem „Making-of“ des Musikvideos und vielen Info-Filmen zum Thema Gesundheit kannst du kostenlos bei uns bestellen.
